Schüler mit anderen Erstsprachen als Deutsch

Sprachliche Vielfalt bestimmt den Alltag an österreichischen Schulen und die Unterrichtsgestaltung wesentlich mit. Es ist eine wichtige Aufgabe der Schule, alle Kinder und Jugendlichen unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen (sprachlichen) Voraussetzungen bestmöglich zu fördern.

Unterrichtssprache Deutsch

Die Kenntnis der Unterrichtssprache Deutsch und der schrittweise Aufbau bildungssprachlicher Kompetenzen stellen die Grundlage für die Beteiligung an allen Bildungsprozessen dar und bilden damit eine wesentliche Voraussetzung für den Schulerfolg, die spätere Integration in den Arbeitsmarkt sowie für die Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben in Österreich.

Frühe Sprachliche Förderung in elementarpädagogischen Einrichtungen

Zur Feststellung der Sprachkompetenzen von Kindern kommt im letzten Jahr vor Schuleintritt ein bundesweit einheitliches Instrument in zwei Varianten ("BESK KOMPAKT" für Kinder mit Deutsch als Erstsprache sowie "BESK-DaZ Kompakt" für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache) österreichweit verpflichtend zum Einsatz. Basierend auf den Ergebnissen des Sprachstandinstruments ist ein verpflichtendes Übergabeblatt an die Volksschulen zu übermitteln, welches Informationen bezüglich der Stärken und förderbaren Bereiche eines Kindes im Bereich der Sprache gibt und eine konkrete Ausgangslage für die weitere Förderplanung bietet.

Deutschfördermodell für außerordentliche Schüler

Ab dem Schuljahr 2026/27 haben Schulen die Möglichkeit, die Deutschförderung für Schülerinnen/Schüler, die dem Unterricht aufgrund unzureichender Sprachkenntnisse nicht folgen können, an ihrer Schule autonom auszugestalten. So kommt mehr Flexibilität in die Umsetzung und die Deutschförderung kann noch besser an die Bedarfe vor Ort angepasst werden. Das seit 2018/19 bestehende Modell der Deutschförderung (Deutschförderklassen und Deutschförderkurse) bleibt weiterhin für jene Schulen verfügbar, die in den bekannten Organisationsformen weiterarbeiten möchten.

Ziel der Deutschförderung für außerordentliche Schülerinnen/Schüler ist das frühzeitige und intensive Erlernen der Unterrichtssprache Deutsch, damit diese Schülerinnen/Schüler rasch nach dem Lehrplan der betreffenden Schulart und Schulstufe gemeinsam im Klassenverband unterrichtet werden können.

Die Feststellung des Förderausmaßes erfolgt auf Basis von MIKA-D, einem österreichweit einheitlichen, standardisierten Testverfahren.

Um den Sprachfortschritt der Schülerinnen/Schüler dokumentieren und bestmöglich unterstützen zu können, sind im Unterricht verpflichtend Diagnoseinstrumente einzusetzen, auf deren Grundlage individuelle Förderpläne zu erstellen sind.

Sprachsensibler Unterricht

Für Sprachhandlungen im Unterricht sind neben fachlichem Wissen bildungssprachliche Kompetenzen notwendig, die nicht allein im Deutschunterricht aufgebaut werden können. Es bedarf daher einer sprachsensiblen Gestaltung aller Unterrichtsfächer. Im Zentrum des sprachsensiblen Unterrichts steht die Förderung der sprachlichen Weiterentwicklung aller Schülerinnen/Schüler vor allem im Bereich der Bildungs- und Fachsprache.

Das Österreichische Sprachen-Kompetenz-Zentrum (ÖSZ) hat im Auftrag des BMB umfangreiche Materialien für einen sprachsensiblen Unterricht auf Primar- und Sekundarstufe (Allgemein- und Berufsbildung) entwickelt.

Mehrsprachigkeit und Erstsprachenunterricht

Der Erstsprachenunterricht ist Teil des österreichischen Regelschulwesens und stellt ein wichtiges pädagogisches Angebot zur Förderung der Kompetenzen in der Erst-, Zweit-, Alltags- und/oder Familiensprache und zur Stärkung der Persönlichkeits- und Identitätsbildung der Kinder und Jugendlichen dar. Als wichtiger Bestandteil einer umfassenden sprachlichen Bildung trägt der Erstsprachenunterricht zur Chancengerechtigkeit des österreichischen Bildungssystems bei. Er wird an Volksschulen als unverbindliche Übung und an den anderen Schularten als Freigegenstand oder ebenfalls als unverbindliche Übung angeboten. Im Schuljahr 2020/21 wurde Erstsprachenunterricht in über 25 Sprachen angeboten.

Leseförderung

Um die Lesekompetenz aller Kinder zu stärken, insbesondere von Schülerinnen/Schülern mit anderen Erstsprachen, setzt das BMB auf eine Reihe abgestimmter Maßnahmen. Dazu zählen das bundesweite Lesegütesiegel für Volksschulen, gezielte Fort- und Weiterbildungsangebote der Pädagogischen Hochschulen zur Leseförderung, die Informations- und Materialplattform literacy.at sowie Unterrichtsmaterialien zur Leseförderung in allen Fächern. Ergänzend werden spezielle Angebote zur Förderung im Kontext von Mehrsprachigkeit (z. B. durch das ÖSZ) bereitgestellt. Initiativen wie der Vorlesetag und Lesepatenschaften unterstützen zusätzlich die Lesemotivation und individuelle Förderung.

Rechtsgrundlage

Letzte Aktualisierung: 16.04.2026
Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Bildung


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